SOUND OBJECT WALK AROUND KULTURGUT OST
Fünf internationale Künstler:innen präsentieren im Rahmen des Nest Sound Walk ihre Hörstücke und Kompositionen. In kleine Vogelhäuser eingenistet, laden die Arbeiten dazu ein, entdeckt und in Ruhe erkundet zu werden. Die Besucher:innen bewegen sich durch den Außenbereich des Kulturgut Ost und stoßen dabei auf unterschiedliche Klangwelten – mal subtil und verborgen, mal präsent und überraschend.
Five international artists present their sound works and compositions as part of the Nest Sound Walk. Installed in small birdhouses, the pieces invite visitors to explore and discover them at their own pace. Moving through the outdoor area around Kulturgut Ost, audiences encounter a variety of sonic environments, sometimes subtle and hidden, sometimes present and unexpected.
Shan Lyu
Margrate Street Hermit
Shan Lyus Arbeit basiert auf einer Feldaufnahme von Mönchsgesängen aus einem buddhistischen Tempel im Zentrum von London. Die Komposition thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen innerer Einkehr und urbaner Außenwelt und macht verborgene Klangräume hörbar, die im Alltag oft überhört werden.
Shan Lyu
Margrate Street Hermit
Shan Lyu’s piece is based on a field recording of monks chanting in a Buddhist temple in central London. It reflects on the tension between inner contemplation and the surrounding urban environment, making audible sonic spaces that often remain unnoticed.
Marie Vermont & Evamaria Müller
VRIES
Mit VRIES (2025) erschaffen die Künstlerinnen eine abstrakte Klangkommunikation zwischen zwei imaginären Vögeln. Die Installation verbindet synthetische und organische Klänge zu einem fragmentarischen, poetischen Ökosystem, das sich im öffentlichen Raum entfaltet.
Marie Vermont & Evamaria Müller
VRIES
With VRIES (2025), the artists create an abstract sonic dialogue between two imagined birds. Combining synthetic and organic sounds, the installation evokes a poetic, fragmented ecosystem unfolding in public space.
Davi Raubach
Alguém vem sonhar em mim
Wenn der Philosoph Gaston Bachelard Tagträumereien den nächtlichen Träumen gegenüberstellt, bemerkt er, dass das „Ich“ der nächtlichen Träume ein Fremder bleibt. So sehr, dass man sagen könnte: „Ein Traum hat mich besucht.“ Er zitiert die Beobachtung von Paul Valéry, dass Träume „von einem anderen Schlafenden gebildet werden, als würden sie in der Nacht die abwesende Person verwechseln“.
Davi Raubach
Alguém vem sonhar em mim
When philosopher Gaston Bachelard contrasts day reveries with night dreams, he observes that the “I” of nocturnal dreams remains a stranger. So much so that we might say “A dream visited me”. He cites Paul Valéry’s observation that dreams are formed “by some other sleeper, as if at night they mistake the absent person”.
Nik Bohnenberger
creatorni
Stell dir vor, „Vogelgesanginstallateure“ statten die künstlichen Parks der Städte der Zukunft mit Soundsystemen aus. Das Werk untersucht die künstliche Rekonstruktion von Vogelgesang in 20–30 Jahren – in einer Welt, in der wir vermutlich keine echten Vogelstimmen mehr hören werden. Für dieses Stück wurde kein einziger Vogel aufgenommen; sämtliche Klänge wurden von Nik Bohnenberger selbst erzeug – er ist Kunstpfeifer;) „creatorni“ wurde am 6. Dezember 2020 im Rahmen von Mehrlicht!Musik 2020 im Konzertsaal der UdK Berlin uraufgeführt.
Nik Bohnenberger
creatorni
Imagine “birdsong installers” equipping the artificial parks of future cities with sound systems. The work explores the artificial reconstruction of birdsong 20–30 years from now—in a world where we may no longer hear real birds. Not a single bird was recorded for this piece; all sounds were created by Nik Bohnenberger himself—he is an artistic whistler 😉